Stillings Skulpturen zeigen den Menschen in seiner aus sich heraus bedrohten Existenz und haben
dadurch einen aktuelleren Bezug in der Aussage denn je. Der Bildhauer ging dabei in die Tiefe des
menschlichen Seins und zeigt, wie der Mensch eingebunden ist in Ordnungs-, Macht- und Gewaltgefüge.
Aufbau, Zerstörung durch Fragmentierung, Neuaufbau und Verflechtung durch Neukomposition:
Konstruktion, Dekonstruktion und wieder neues Zusammensetzen so sein Arbeitsprozess. Komplexe
Beziehungsgeflechte wurden auf diese Weise von ihm untersucht und freigelegt.
Eines seiner Arbeitsprinzipien war das Zurückgreifen auf Geschichte und Mythologie, um damit
Stellung zu nehmen zum Gegenwärtigen. In seinem Spätwerk wird dies besonders deutlich: Die
intensive Beschäftigung mit der griechisch-römischen Antike und der italienischen Renaissance,
aber auch mit dem Manierismus und dem Barock haben Spuren hinterlassen. In den fragmentarischen Ausformungen
und Variationen steckt bei aller Anlehnung an die Antike jedoch auch eine bewusste Verweigerung der idealen
Form, oft eine Sperrigkeit durch Brüche, die aber gleichzeitig komplementär die Skulpturen in ihrer
Wirkung verstärken. Stillings Werk ist gekennzeichnet von Konsequenz und Kontinuität, frei von
Schnelllebigkeit.
Gunther Stilling studierte an der Kunstakademie Stuttgart bei Professor Hoflehner, einem abstrakten
Stahlbildhauer, der ihn in Arbeitshaltung und Schaffen geprägt hatte. Der seit 1969 freiberuflich
international tätige Bildhauer lebte im Raum Heilbronn und in Pietrasanta, Italien.
Seit 1979 war er Professor für Plastisches Gestalten und Freies Zeichnen an der Hochschule Kaiserslautern.
2013 wurde er zum Ehrenmitglied der Kunstakademie in Florenz ernannt. Er ist in zahlreichen, auch
internationalen Sammlungen vertreten. Nachlass und Archiv werden von seinem Sohn Ivo Stilling betreut,
der das Werk im ehemaligen Atelierhaus des Bildhauers in Güglingen der Öffentlichkeit
zugänglich machen wird.
Die Ausstellungseröffnung findet am Sonntag, den 21. September 2025, um 11 Uhr im
KulturSchuppen Sulzfeld, Bahnhofstraße 6,
statt. Die Einführung ins Werk von Gunther Stilling übernimmt die Karlsruher Kunsthistorikerin Britta Borger M.A.
Am Kerwe-Sonntag (21. September) ist der Ausstellungsraum von 11 bis 15 Uhr geöffnet, am Kerwe-Montag
(22. September) zusätzlich von 14 bis 18 Uhr ansonsten gelten die üblichen
>> Öffnungszeiten oder nach Vereinbarung. Der Eintritt ist wie immer frei!
Info-Telefon im Rathaus Sulzfeld: 07269/78-0.
An den geöffneten Sonntagen der Ausstellung wird Ivo Stilling, jeweils um 15 Uhr, kurzweilige Führungen anbieten
und Hintergründe und Fertigungstechniken zu den einzelnen Exponaten vermitteln. Eine Anmeldung ist nicht vonnöten
kommen Sie einfach vorbei!
Infos zur Anfahrt
Abschlusskonzert BECOMING NOVA
Als besonderes Ereignis findet im Anschluss an den ersten Ausstellungstag am Sonntag, den 21. September
2025, um 18 Uhr im Kulturschuppen das Abschlusskonzert des europäischen Akademieprogramms
Balthasar NOVA (BECOMING-Kurs für
Bläser und Pauke mit Werken der Klassik) des renommierten
Balthasar-Neumann-Ensembles aus Freiburg statt.
Auf dem Programm stehen drei Werke von u.a. Anton Reicha (1770-1836) und Gioacchino Rossini (1792-1868), die von
Studierenden des Akademieprogramms Balthasar NOVA das herausragende junge Musiker:innen auf ihrem Weg zu einer
erfolgreichen, selbstbestimmten Karriere als Freischaffende:r in der internationalen Musikszene begleitet sowie
deren Tutor:innen aus dem Balthasar-Neumann-Orchester dargeboten werden.
Das Konzert im neueröffneten Kulturschuppen Sulzfeld stellt den Abschluss des Balthasar NOVA Akademieprogrammes dar.
Der Eintritt ist frei, Spenden sind erbeten. Einlass ab 17.30 Uhr.
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